Share International, Januar/Februar 2023

Die in den Artikeln geäußerten Ansichten von Autoren, die keine Korrespondenten von Share International sind, geben nicht notwendigerweise die Meinung der Herausgeber dieser Zeitschrift wieder. Ebenso stimmen Personen und Autoren, die nicht zu unseren Korrespondenten gehören, nicht unbedingt den Informationen und dem damit verbundenen Gedankengut zu, auf dem diese Zeitschrift im Wesentlichen basiert.

Lesen Sie im Folgenden Auszüge aus der deutschen Printausgabe.

Die Rolle des Menschen

von Meister —, übermittelt von Benjamin Creme

Der Meister – ist ein älteres Mitglied der Hierarchie der Meister der Weisheit. Sein Name kann aus verschiedenen Gründen noch nicht veröffentlicht werden, nur so viel, dass er esoterischen Kreisen vertraut ist. Benjamin Creme stand mit ihm in ständigem telepathischem Kontakt und erhielt die Artikel dieses Meisters per Diktat.
Seit der ersten Ausgabe der Zeitschrift Share International hatte dieser Meister vorgesehen, dass seine Artikel, die er fast 40 Jahre lang zu jedem Heft beigetragen hat, auch wiederholt, der jeweiligen Weltsituation entsprechend, veröffentlicht werden sollten.

Mit der Zeit werden die Menschen verstehen, was sie mit den niederen Naturreichen verbindet, und dann bereitwillig die Rolle des Hüters und Verwalters dieser Evolutionen übernehmen. Das wird zu einer Umgestaltung in allen bäuerlichen und agrarwirtschaftlichen Bereichen, in der Forst- und Fischwirtschaft führen. Die heute üblichen Methoden wird man für immer aufgeben: Wald und Erdboden auszuplündern, ausgelaugte Felder zu überdüngen und viele Tierarten zu Land und zu Wasser habgierig und rücksichtslos zu verfolgen.

Diesem unheiligen Krieg gegen die Großzügigkeit der Natur muss bald und energisch Einhalt geboten werden. Die Menschen dürfen die Vergiftung der Erde und des Wassers nicht länger hinnehmen, da sie das Leben von Mensch und Tier in gleicher Weise bedroht. Man darf nicht mehr viehwirtschaftliche Methoden anwenden, die grundlegende Rechte auf Bewegung, Luft und Licht missachten. Die grausame Ausbeutung unzähliger Kreaturen zu Versuchszwecken muss vernünftigeren Forschungsmethoden und Erkenntnisprozessen weichen.

Viele sind sehr besorgt über diese Situation und verlangen Veränderungen. Die Überlegungen der Menschen gehen in die richtige Richtung, und diese Entwicklung kann nichts mehr aufhalten. Doch um das ökologische Gleichgewicht auf der Welt aufrechtzuerhalten, sind unverzügliche und umfassende Veränderungen notwendig.

Wenn man die Erde als ein lebendiges Wesen versteht, das in allen seinen Teilen vollkommen ist, und in dem jedes Teilchen wesentlich für das Ganze ist, dann wird sich eine neue, vernünftigere Sichtweise durchsetzen. Die Menschen werden sich als Verwalter einer natürlichen, vorgegebenen Ordnung begreifen, in der alles in Harmonie und Schönheit eine Funktion erfüllt und jedes Naturreich mit allen anderen Naturreichen über und unter ihm verbunden ist.

Heutzutage werden große Summen in die Erforschung der Naturgesetze investiert, gleichzeitig werden enorme Ressourcen verschwendet und missbraucht. Würde man sie zur Stabilisierung des natürlichen Gleichgewichts einsetzen, könnte die Welt neu entstehen. Der Mensch sähe sich im Besitz von ihm bisher verborgenen Geheimnissen. Er würde Zugang zu Wissensbereichen finden, die seinem forschenden Geist bisher verschlossen blieben. Die Natur würde ihre Geheimnisse enthüllen und der Mensch zum Partner des Schöpferlogos werden und damit seinen rechtmäßigen Platz als Hüter des Plans einnehmen.

Der Mensch hat es in der Hand, alles neu zu gestalten oder seine Welt zu zerstören. Niemals zuvor besaß er diese Allmacht. Um sie richtig einsetzen zu können, muss er eine Weisheit entwickeln, die heute noch selten ist, die er aber in sich entdecken muss, wenn er nicht zugrunde gehen will.

Zu ihrem Glück ist die Menschheit nicht allein. Auf der Bühne des Lebens tritt nun eine Gruppe Wissender auf – es sind Menschen, die mit allen Attributen Gottes ausgestattet sind. Sie bringen die Weisheit der Jahrtausende mit und können daher den Menschen den Weg zeigen und sie behüten.

Mit ihrer Inspiration wird der Mensch umkehren und neu beginnen. Unter ihrer weisen Führung wird er den Aufstieg zur Göttlichkeit antreten und dieses in ihm angelegte, noch nicht manifestierte Göttliche schließlich beweisen.

So werden die Menschen sich im Laufe der Zeit zu Wissenden entwickeln und ebenso Gottes Zielen dienen. Dann kann von ihnen ein Strom umfassender Weisheit ausgehen, der alles nährt und der Förderung des großen Plans dient. (Share International, Dezember 1985)

Fragen und Antworten

Aus einem Radiointerview, Phenomenews in the Air, Detroit, Michigan, USA, 23. Juni 1992

F. Werden wir selbst mit den Meistern in Kontakt treten können?

A. Sie können einen Meister nicht kontaktieren, aber von einem Meister kontaktiert werden, sofern er einen Grund dafür sieht. Zunächst einmal müssten Sie mental polarisiert sein, das heißt Ihr Bewusstsein muss sich auf den höheren mentalen Ebenen befinden, weil die Meister auf der Seelenebene tätig sind. Aber wenn Sie im Dienst an der Welt engagieren wollen und objektiv genug und bereit sind, diese Arbeit altruistisch auszuführen, dann kann es sein, dass Sie von den Meistern kontaktiert werden.

Seit Anbeginn der Zeit werden Menschen von den Meistern kontaktiert. Alle großen Künstler, Denker, Dichter, Schriftsteller und Musiker, alle großen Staatsmänner der Welt und wissenschaftlichen Entdecker sind alle Jünger von Meistern. Sie haben unter der Supervision der Meister gearbeitet – so wie ich auch – und innerlich subjektiv auf das reagiert, was ihnen auf der Seelenebene vermittelt wurde. Auf diese Weise haben sie die Arbeit der Meister in der Außenwelt ausgeführt. Und auf diese Weise haben sie auch unsere Zivilisation und Kulturen im Lauf der Jahrtausende immer weiterentwickelt.

F. Werden die Meister, die großen Lehrer, wenn sie an die Öffentlichkeit treten, uns vor allem die Idee der Einheit vermitteln?

A. Einheit ist die zentrale Idee. Maitreya hat gesagt, dass der erste, der allererste wichtige Schritt, den die Menschheit tun muss, die Erkenntnis ihrer Einheit sein muss, dass wir uns als Brüder und Schwestern einer menschlichen Familie unter einem gemeinsamen Gott verstehen.

Leserbriefe

Zwei Briefe von derselben Person

Keine Trennung

(1) Vor sieben Jahren [Brief vom Dezember 2010] kaufte ich ziemlich zerstreut bei Fresh and Wild in Camden, London, ein. Ein Mann mit einem Einkaufskorb sagte: „Ich suche Sahne für meine Erdbeeren.“ Er war etwa 1,70 Meter groß und hatte einen Kranz von wuscheligem schwarzem Haar. Er hatte schöne dunkle Augen und eine kupferfarbene Haut; er sah leicht südamerikanisch aus. An seinem linken Ohr baumelte ein großer Türkisbrocken, und um seinen Hals hatte er kunstvoll einen Schal drapiert.
Noch bevor ich etwas erwidern konnte, trat er einen Schritt zurück und fragte: „Sind Sie eine Heilerin? Sie sind so offen.“ Ich sagte: „Nein“, und dass ich Transmissionsmeditation machen würde. Daraufhin sagte er: „Ach ja, ich weiß. Das ist Maitreya, oder? Er ist doch der, der sagt, dass es so etwas wie Trennung nicht gibt.“ Dann legte er seine Hand sanft auf meine Wange. Ich kann mich nicht erinnern, wie wir auseinandergingen.
Dies war eine besondere Botschaft für mich, weil ich mich gerade sehr isoliert gefühlt hatte. Könnte dieser liebevolle Mann Maitreya gewesen sein?

(Benjamin Cremes Meister bestätigte, dass der Mann der Meister Jesus war.)

Aufmunterung

(2) Im Spätwinter 2004 trank ich in Camden an einem Bartisch sitzend einen Kaffee. Neben mir saß ein Mann; er deutete auf seine große Tasse Kaffee und sagte: „Den brauche ich, weil ich einen Kater habe.“ Dabei schien er ganz im Gegenteil von Vitalität und guter Laune zu sprudeln. Er hatte klare blaue Augen, einen strahlenden Teint und schütteres hellbraunes Haar. Wir unterhielten uns eine Weile angeregt und hatten ähnliche Ansichten.

Dann sagte er: „Mein Weinkeller ist fast leer, also muss ich wohl bald Arbeit finden.“ Ich fragte ihn, ob das schwierig sein würde. Er antwortete: „Oh nein. Ich habe da ein gewisses ‚Je ne sais quoi‘!“ Wir lachten. Als ich ging, sagte ich: „Danke, Sie haben mich aufgemuntert.“

Ich war schon seit einiger Zeit niedergeschlagen gewesen, und dieser fröhliche, positive Mann hat mich aufgemuntert. Könnte er ein Meister gewesen sein?

(Benjamin Cremes Meister bestätigte, dass der Mann der Meister Jesus war.)
C. C., London, GB

Zeichen

USA – Ein glockenförmiges Flugobjekt, das eine breite Dampf- oder Lichtspur hinterließ, aufgenommen von einem Anwohner von Las Vegas, Nevada, der am 9. Oktober 2022 ein Landschaftsfoto mit einem stürmischen Himmel gemacht hatte. Das Flugobjekt war erst im Nachhinein auf der Aufnahme zu sehen. (Zoomaufnahme; Quelle: mufon.com)

USA – Lichtkreise an der Fassade einer Krankenhausgarage in San Francisco, aufgenommen im März 2022 von Francia Friendlich.

Niederlande – Dieses Foto wurde von Ernst Schurman aufgenommen, als er am 25. September 2022 auf dem IJmeer [eine Bucht des Markermeers] Kanu fuhr und sah, wie ein blauer Lichtstrahl zwischen zwei heftigen Regenschauern direkt vom Himmel auf das Wasser herabfuhr. Er konnte aber weder einen Regenbogen noch

ein Flugzeug entdecken, die dieses Phänomen möglicherweise verursacht haben könnten. Eingesandt von Frau Schurman-Opperman.

Schicksal und Rolle Amerikas – eine Zusammenstellung

Zitate zum Thema „Schicksal und Aufgabe Amerikas“ von Maitreya aus seinen Botschaften und Lehren, von Benjamin Cremes Meister und Benjamin Creme (teilweise neu übersetzt) aus Share International und den von ihm herausgegebenen Büchern. (Siehe Bücherseite am Ende des Hefts.)

Die Welt wartet darauf, dass sich Amerikas Seele manifestiert, denn dann wird es sich die Bedürfnisse der ganzen Welt zu Herzen nehmen. Zum ersten Mal wird es unter dem Einfluss der Lehren Maitreyas seinen Horizont erweitern; Maitreya wird den Seelenaspekt dieses Landes wachrufen und es dazu inspirieren, die Ressourcen zu teilen, die es im Überfluss besitzt. Ein neuer Marshallplan für die ganze Welt wird die Folge sein. Das ist eine der größten Hoffnungen, die ich Ihnen als Bürger dieser Nation machen kann. Sie ist eine großartige Nation. Sie hat Schreckliches getan, aber das haben alle Nationen. Sie ist eine junge Nation, und deshalb muss man gewissermaßen damit rechnen, dass sie gelegentlich außer Kontrolle gerät; aber sie ist so mächtig, groß und reich, dass sie einen gewaltigen Einfluss auf die Welt hat. Dieser Einfluss ist die natürliche Folge der Intelligenz und der Erfindungskraft ihrer Bevölkerung.
(Benjamin Creme, Unity in Diversity)

Nicht nur in den USA, sondern weltweit wird den Menschen bewusst, dass ein Wandel notwendig und möglich ist. Politiker und Ökonomen beschreiben die aktuelle Situation als „Abschwung“ und als „Rezession“. In Wahrheit jedoch erleben wir jetzt die letzten, taumelnden Bewegungen der alten Gesellschaftsordnung. Millionen von Menschen begreifen mittlerweile, dass ungezügelter Wettbewerb und Gier nicht der sicherste Weg für die Menschheit sind und dass solche materialistischen Doktrinen viele, die unvorsichtig oder leichtsinnig sind, auf eine „schiefe Bahn“ geraten lassen, und schließlich eine internationale Krise wie die heutige heraufbeschwören. […]

Die Völker der Nationen sind reif und bereit für einen Wandel. Sie fordern Veränderungen und wollen ein sinnvolleres Leben führen. Maitreya wird die Welt an die Grundprinzipien erinnern, ohne die der Mensch keine Zukunft hat: Gerechtigkeit und Frieden. Und der einzige Weg dorthin besteht darin, die Ressourcen zu teilen.
(Benjamin Cremes Meister, „Maitreyas erstes Interview“, Share International, Januar/Februar 2009)

Die USA (Strahlen: Seele 2, Persönlichkeit 6) haben auf der Seelenebene ein tiefes und aufrichtiges Verlangen nach Einheit und Frieden in der Welt. Aber die Nation ist noch zu jung, zu groß und zu mächtig, da sie noch von ihrer verblendeten Persönlichkeit dominiert wird. Einheit und Frieden sind ihre Ideale, die sie ihrer Vorstellung nach auch praktizieren und der Welt demonstrieren. Wenn alle in Wirtschaft, Politik und Religion ihrem Beispiel folgen würden, glauben sie, dann wäre Frieden die natürliche Folge. Aufgrund dieser Einstellung haben die USA versucht, die Welt zu beherrschen und wiederholt im Namen des Friedens Krieg geführt – Korea, Vietnam, Irak, Afghanistan. Die Welt wartet darauf, dass die USA diese Verblendung überwinden werden, und dass die Qualität ihrer Strahl-2-Seele zum Vorschein kommt und sich auf das Weltgeschehen auswirken kann.

Wenn das beginnt (wahrscheinlich nicht vor dem Deklarationstag, an dem der Christus sich der Welt vorstellen wird), wird die intuitive Sehnsucht der amerikanischen Seele nach Einheit mit einem Mal konkrete Formen annehmen: Dienst zum Wohl des großen Ganzen wird das derzeitige Dominanzstreben ablösen. Unzählig viele Menschen werden dann den umfassenden Wiederaufbau der Welt in Angriff nehmen. Der Wunsch, der Gemeinschaft zu dienen, wird das gegenwärtige, grundsätzliche Überlegenheitsgefühl der USA überwinden und eine wirkliche Ära des Friedens einleiten. (Benjamin Cremes Meister, „Weitere Gedanken zur Einheit“, Share International, September 2012)

Gebt mir die Gelegenheit, euch zu helfen; dafür bin ich gekommen. Wenn ihr meine Hilfe annehmt, kann ich euch den Weg zu eurer eigentlichen Bestimmung zeigen, wie sie seit Anbeginn dieser Welt vorgesehen war. Es hängt alles von euch ab: Ihr müsst die Schritte tun, die das möglich machen. Wir müssen uns als Einheit, als Brüder und Schwestern begreifen und zum Wohle aller zusammenarbeiten. Entgegen allem Anschein leben wir nicht voneinander getrennt, wir sind eine große Gruppe, deren Teil ich bin und für die ich mich in jedem Moment meines Lebens einsetze. […] (Botschaft von Maitreya, mental-telepathisch übermittelt am Ende des Interviews von Benjamin Creme auf Radio Ici & Maintenant, Paris, Frankreich, am 26. März 2010; Share International, Mai 2010)

Die neue Weltwirtschaft

von Jeffrey D. Sachs

Belém, Brasilien – Ich beginne diese neue Kolumnenreihe zu Beginn eines Jahres, das mit der Amtseinführung von Präsident Lula da Silva auch einen Neuanfang für Brasilien darstellt. Im ganzen Land strömten die Anhänger des neuen Präsidenten auf die Straßen und ließen die Hoffnung in Brasilien wieder aufleben, wo sein rechter Vorgänger Jair Bolsonaro vier Jahre lang mit katastrophalen Folgen regiert hatte, bevor er schließlich am Vorabend von Lulas Amtseinführung das Land fluchtartig Richtung Florida verließ. Bolsonaro hinterließ einen Mob, der Regierungsgebäude verwüstete, bevor die Randalierer in großer Zahl von der Polizei festgenommen wurden.

Die Taktik des Mobs wird Lula nicht aufhalten, und sie wird langfristig auch in den USA keinen Erfolg haben, wo Donald Trump mit einem vergleichbaren Manöver am 6. Januar 2021 sein Ziel ebenfalls nicht erreichte. In beiden Fällen nutzten demagogische Politiker die sozialen Medien, um den Pöbel aufzuwiegeln; in beiden Fällen wurde der Aufruhr innerhalb eines Tages niedergeschlagen.

Das eigentliche Problem ist meiner Meinung nach nicht der Mob, sondern die tiefgreifenden Veränderungen in der Welt, die zu wachsenden Spannungen in der Weltpolitik und Weltwirtschaft führen. Die tiefgreifenden Veränderungen können und werden durch den Mob nicht aufgehalten werden. Die eigentliche Herausforderung besteht für uns darin, die tiefgreifenden Veränderungen zu verstehen, damit wir sie im Sinne des Gemeinwohls steuern können. Dieses Verständnis zu erlangen, ist das Ziel meiner künftigen Beiträge.

Der größte Umbruch ist geopolitischer Natur. Wir befinden uns nicht mehr in einer von den USA geführten Welt und auch nicht in einer Welt, die sich zwischen den USA und deren Rivalen China aufteilt. Wir befinden uns bereits in einer multipolaren Welt, in der jede Region ihre eigenen Probleme und ihre eigene Rolle in der Weltpolitik hat. Kein Land und keine Region kann mehr das Schicksal der anderen bestimmen. Dies ist ein komplexes und schwieriges Terrain, in dem kein Land, keine Region und kein Bündnis für alle anderen zuständig ist.

Wenn wir die Realität einer multipolaren Welt akzeptieren, werden wir endlich Probleme lösen können, an denen wir bisher gescheitert sind. Erstens werden wir verstehen, dass Militärbündnisse wie die NATO keine Antworten auf die wirklichen Herausforderungen bieten, mit denen wir konfrontiert sind. Militärbündnisse sind in der Tat ein gefährlicher Anachronismus und keine wirkliche Quelle der nationalen oder regionalen Sicherheit. ()

Brasilien ist das Epizentrum der ökologischen Problematik. Kann der Amazonas, der die Hälfte der Regenwälder der Welt ausmacht, gerettet werden? Lula kam mit dem Versprechen an die Macht, genau das zu tun. Er hat die Stimmen der Bevölkerung in den brasilianischen Amazonasgebieten gewonnen. Weltweit ist Europa mit dem europäischen Grünen Deal führend in Sachen Umweltschutz. Europa hat geopolitisch betrachtet die große Gelegenheit, andere Regionen, wie die Afrikanische Union, China, Indien, Nord- und Südamerika und weitere, dazu zu ermutigen, ihre eigenen ehrgeizigen Umweltprogramme auf den Weg zu bringen. Diese Aufgabe ist Europa viel angemessener, als die NATO zu erweitern, einen endlosen Krieg in der Ukraine zu führen oder in Konfrontation mit China zu treten.

Brasilien ist auch ein Brennpunkt der Ungleichheit, mit einem der weltweit höchsten Grade sozialer Disparität. Diese Ungleichheit hat ihre Wurzeln im europäischen Imperialismus, der indigene Völker unterdrückte und Millionen von Afrikanern versklavte. Deren Nachfahren zahlen bis heute den Preis dafür. Nach Jahrhunderten rassischer und sozialer Ungerechtigkeit sieht sich Lula berufen, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, und das ist auch global unsere Aufgabe. (…)

Es ist erstaunlich, wie stark sich der globale Wandel, die Disruption und die Gefahren gegenseitig verstärken. Abhilfe kann nur durch Verständnis, Zusammenarbeit und das Lösen der Probleme geschaffen werden. Ein besseres Verständnis der neuen Weltwirtschaft wird das Ziel dieser Kolumne in den kommenden Monaten sein. (Quelle: jeffsachs.org; erstmals veröffentlicht in La Repubblica)

Jeffrey D. Sachs, Professor für nachhaltige Entwicklung und für Gesundheitspolitik und -management an der Columbia University, ist Direktor des Center for Sustainable Development an der Columbia und Direktor des UN Sustainable Development Solutions Network. Zu seinen Büchern gehören Das Ende der Armut, Wohlstand für viele, The Age of Sustainable Development und zuletzt Building the New American Economy.

Das Geheimnis geteilter Todeserfahrungen – Teil eins

Interview mit William J. Peters von Jason Francis

William J. Peters ist ein niedergelassener Psychotherapeut, der sich mit den Erfahrungen eines Menschen am Lebensende befasst, die ihm zufolge förderlich für die seelisch-spirituelle Entwicklung der Hinterbliebenen sein können. 2011 gründete er das Shared Crossing Project [Projekt für einen gemeinsamen Übergang] mit Sitz in Santa Barbara, Kalifornien, das über geteilte Todeserfahrungen informiert, bei der Angehörige und Betreuer am Übergang eines Menschen ins Jenseits teilhaben – ähnlich wie bei einer Nahtoderfahrung. Das Shared Crossing Project will bestehende Ansichten über Tod und Sterben transformieren und über die heilende Wirkung aufklären, die geteilte Todeserfahrungen auf die Betroffenen haben können. Peters ist ebenfalls Leiter einer Forschungsinitiative über geteilte Todeserfahrungen sowie Buchautor von An der Schwelle zur Unendlichkeit: Geteilte Todeserfahrungen: Wie Menschen den Tod ihrer Lieben miterleben. Einblicke in die Unsterblichkeit der Seele (2022). Jason Francis hat ihn für Share International interviewt.

Share International: Was hat Ihr Interesse an geteilten Todeserfahrungen geweckt?

William Peters: Ich hatte eine Reihe von Erfahrungen, die ich als spirituell prägend bezeichnend würde. Meine erste Nahtoderfahrung hatte ich mit siebzehn Jahren bei einem Skiunfall mit hoher Geschwindigkeit. Diese Erfahrung war deshalb so tiefgreifend, weil ich beim Aufprall aus meinem Körper katapultiert wurde.

Zuerst war alles dunkel, und ich war mir der Dunkelheit bewusst, denn ein beobachtender Teil von mir, nahm diese Dunkelheit wahr. Dann wurde es plötzlich heller und ich merkte, dass ich mich bewegte. Ich konnte eine Beschleunigung von der Erde weg fühlen. Ich konnte die Skipiste sehen und dann den Tahoe-See, wo ich mich im olympischen Skigebiet Palisades Tahoe befand. Dann konnte ich die Rocky Mountains in Colorado und die Bucht von San Francisco sehen. Ich war überwältigt. (…)

Ich war überrascht von der Schönheit des Universums. Dann befand ich mich in einer Art Tunnel, aber ich konnte immer noch das Universum sehen, das Sonnensystem. Ich sah ein schönes, pulsierendes Licht in der Ferne und erkannte: „Oh, mein Gott, ich sterbe.“ Ich war bestürzt und aufgebracht, denn ich wollte nicht sterben. Ich erinnere mich, wie ich das Licht anflehte, dass ich das, wofür ich in diesem Leben inkarniert war, noch nicht vollendet hätte.

Schließlich ging ich doch ganz ins Licht und spürte andauernde Glückseligkeit. An diesem Punkt sprach ich zu Gott und sagte: „Ich will nicht sterben. Ich habe noch nicht vollendet, wozu ich in dieses Leben gekommen bin. Bitte, lass mich zurückgehen.“ Ich habe gefleht. Und Gott war wie ein mächtiges und liebendes Licht. Das Wort „Macht“ trifft es einfach nicht. Es war reines Wissen, Göttlichkeit und Heiligkeit. Es war die Kraft hinter der gesamten Schöpfung.

Irgendwann begann ich, mich vom Licht weg und zurück zur Erde zu bewegen. Ich hatte das Gefühl, dass meine Bitte erhört wurde und sagte: „Oh, danke.“ Dieses Licht sagte zu mir: „Mach etwas aus deinem Leben.“ Das blieb mir wirklich im Gedächtnis und tut es immer noch. Ich ging den ganzen Weg durchs Sonnensystem zurück, auf demselben Weg, wie ich gekommen war. Ich befand mich auf einer energetischen Linie, die mich zurück zu meinem Körper auf der Skipiste zog.
Etwa dreizehn Jahre später sollte ich ein weiteres Nahtoderlebnis haben. Das sind die beiden prägenden Erlebnisse für mich, aber es gab noch andere.

Einführung in geteilte Todeserfahrungen

SI: Wie haben diese Erfahrungen zu Ihrer Arbeit mit geteilten Todeserfahrungen geführt?

WP: Während der Aids-Epidemie in San Francisco habe ich häufig schwulen Männern geholfen, die sich mit HIV infiziert hatten. Sie wurden von der Öffentlichkeit weitgehend ausgegrenzt und in manchen Fällen sogar vom medizinischen System. So starben sie oft im Kreise von Angehörigen ihrer Gemeinschaft. Ich hörte erstaunliche, eindrucksvolle und sehr spirituelle Geschichten über diese Angehörigen, die den Sterbenden auf ihrem Weg halfen. Sie konnten die Sterbenden im Jenseits sehen, gesund und glücklich.

Ich möchte die Geschichte von Brad erzählen. Er war ein Klient von mir. Ich war damals Sozialarbeiter im Tenderloin-Viertel von San Francisco, dem Armenviertel [wo viele verarmte Menschen am Rande der Gesellschaft leben]. Brad war eine Art Todeshebamme – wir nennen sie heute „Sterbebegleiter“ – und half Menschen, die im Sterben liegen, beim Übergang; er half seinen Brüdern, wie er häufig seine Männergemeinschaft nannte, die sich mit HIV infiziert hatten. Er half dabei, rituell, spirituell und seelisch-emotional „den Raum zu schaffen“, in dem ein Bruder hinübergehen konnte.

Eines Tages kam er erschöpft und müde zu mir. Er sagte, dass Randy letzte Nacht gestorben sei. Ich erwiderte, dass es mir sehr leid tue. Er sagte: „Mir auch, aber es war so schön.“ Ich fragte ihn, warum. Er erklärte mir, dass Randy im Moment des Todes aus seinem Körper in einem Lichtzylinder hinaufstieg und genau über dem Lager seiner unterstützenden, brüderlichen Gemeinschaft anhielt. Er verneigte sich vor allen Brüdern und dankte ihnen. Dann reiste er weiter diesen Lichtzylinder hinauf und verschwand.

Brad beschrieb Randy als jünger, sehr gesund, ohne Anzeichen von HIV und glücklich. Brad hatte nach seinen Angaben also das starke Gefühl und Wissen, dass Randy immer noch lebendig und wohlauf war, und er im Jenseits weiterlebte. Diese Erfahrung hat mich wirklich sehr bewegt. (…)

Weitergehende Forschung

SI: Wurde damals schon über diese Art von Erfahrung geschrieben oder war sie allgemein bekannt?

WP: Zu dieser Zeit gab es noch keinen Namen für geteilte Todeserfahrungen. Das blieb so bis 2009. Damals traf ich Dr. Raymond Moody [Arzt, Psychiater und Autor, der Pionierarbeit in der Forschung über Jenseitserfahrungen geleistet hat] auf einer Konferenz. Er beschrieb die gemeinsame Todeserfahrung, die der Nahtoderfahrung sehr ähnlich ist, mit dem Unterschied, dass der „Erfahrende“ als Außenstehender mit dem Tod in Berührung kommt. Typischerweise waren es Pflegepersonen oder geliebte Menschen, in manchen Fällen aber auch nur Zuschauer, vielleicht irgendeine Art von Arzt. Ich war wirklich fasziniert und inspiriert.
Daraufhin gründete ich das Shared Crossing Project, um das Bewusstsein für diese Erfahrungen zu schärfen. Die Hoffnung war, dass das Wissen um diese mystischen und transzendentalen Erfahrungen am Ende des Lebens dazu beitragen könnte, die Beziehung der Menschen zu Tod und Sterben von Angst und Furcht in eine zumindest staunende, neugierige und vielleicht sogar wirklich positive Sichtweise auf Tod und Sterben zu verwandeln.

Weitere Informationen: sharedcrossing.com